Ostdeutsche Meisterschaften 2022

Ostdeutsche Meisterschaften 2022

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Als das Team des HC Buteo Chemnitz im November 2021 mit einem Erfolg gegen den HC Elbflorenz in die Saison startete, hatte wohl keiner damit gerechnet, dass wir die Saison mit den Spielen zur Bestenermittlung zur Ostdeutschen Meisterschaft abschließen. Doch mit einer starken Sachsenligasaison und nur einer Niederlage gegen den SC DHfK Leipzig hatten sich die Jungbussarde dieses Turnier mehr als verdient. Schließlich haben wir die starken Mannschaften der Leistungszentren aus Aue und Dresden in der Meisterschaft hinter uns lassen können. Die Teilnahme an so einer überregionalen Meisterschaft war bis dahin noch keiner Chemnitzer Jugendmannschaft gelungen. Sich in so einem Turnier mit den Bundesliganachwuchsteams großer Vereine, wie den Füchsen aus Berlin, dem HC Empor Rostock und dem ThSV Eisenach messen zu können, ist sowohl für unsere Spieler und Trainer als auch unseren noch jungen Verein eine sehr große Ehre. Bereits zwei Jahre nach Vereinsgründung so einen Erfolg hinzulegen, ist schon außergewöhnlich.

So ging es für 17 Jungbussarde und die beiden Trainer Nicolas Gruber und Paul Gugisch sowie Elias Koschwitz als weiteren Betreuer am Freitagnachmittag nach Dessau. Nach den beiden schwierigen Jahren mit vielen handballerischen Entbehrungen ein großes Abenteuer für die Mannschaft. Gut angekommen in Dessau, bezog das Team sein Übernachtungsquartier in einer Dessauer Turnhalle. Nach einer kurzen Nacht ging es früh am Morgen zum Spielort in die Sporthalle Friedensschule in Dessau, wo sich in Gruppe zwei des Turniers die Landesmeister aus Mecklenburg – SG Vorpommern, Brandenburg – VfL Potsdam und Sachsen-Anhalt – SG Kühnau/Dessau-Roßlauer HV sowie die Vizemeister aus Thüringen – Nordhäuser SV, Berlin – SG OSC Schöneberg-Friedenau und unser Team als Vizemeister aus Sachsen gegenüberstanden. Gespielt wurde jeweils 2x10 Minuten mit einer sehr kurzen Halbzeitpause und ohne Team Time-Out.

In der ersten Partie um 9:30 Uhr hieß es gleich gegen den VfL Potsdam zu bestehen. Mit einer sehr guten ersten Halbzeit forderte man den späteren Halbfinalist und schaffte es, das Spiel ausgeglichen zu gestalten. Das Niveau konnten die Jungs in der zweiten Halbzeit nicht ganz halten. Ein paar Fehler zu viel wurden von den sehr starken Potsdamern postwendend mit Kontertoren bestraft. So fiel zum Schluss die Niederlage mit 12:18 recht deutlich aus, aber der Einstieg in das Turnier war auf jeden Fall gelungen.

Nach nur einem Spiel Pause stand man sich dem Gastgeber und Bundesliganachwuchs von der SG Kühnau/Dessau gegenüber. Die körperliche Überlegenheit der Dessauer beeindruckte unsere Mannschaft doch etwas und wir lagen schnell mit 0:3 hinten. Nun konnte unser Team die Zurückhaltung etwas ablegen und erarbeitete sich auch eigene Tormöglichkeiten. In der Abwehr kämpfte man verbissen, war aber gegen die Fernwurftore der Gastgeber machtlos. Zumindest wuchs der Abstand bis zur Halbzeit nur auf 8:4 an. Diesen konnten die Jungs in der zweiten Hälfte bis zum 13:9 auch festigen. Zum Schluss hieß es dann 15:9 für die SG Kühnau/Dessau.

Nun folgte eine längere Pause für das Team des HC Buteo Chemnitz und anschließend standen noch drei Partien am Nachmittag auf dem Programm. Zuerst trafen die Jungs auf die Mannschaft vom OSC Schöneberg aus Berlin. Im Unterschied zur vorherigen Partie war es ein von vielen eigenen Fehlern geprägtes Spiel, wodurch man es den Berlinern leicht machte, Tore zu erzielen. Diese nutzten dies, um sich bereits nach fünf Minuten einen kleinen Vorsprung zum 7:4 herauszuarbeiten und bauten diesen über den Halbzeitstand von 12:8 bis zum 18:12 kontinuierlich aus. Drei eigene schnelle Tore der Jungs von Buteo ließen kurz etwas Hoffnung aufkeimen, doch anschließend gelang nicht mehr viel und es wurde noch ein deutliches 24:16 für das Team aus Berlin, welches sich neben dem VfL Potsdam das zweite Halbfinalticket mit einem knappen Sieg gegen die SG Kühnau sichern konnte.

In Spiel vier des Tages gegen die SG Vorpommern ging es somit nur noch um den Kampf um die Plätze 4-6 in der Gruppe. Gegen den Meister aus Mecklenburg-Vorpommern hatte unser Team große Schwierigkeiten in der Abwehr. Zu leicht wurden wir überlaufen und hatten körperlich wenig entgegenzusetzen. Im eigenen Angriff taten wir uns auch sehr schwer, gute Möglichkeiten herauszuspielen. Erst beim Stand von 2:8 kurz nach der Pause hatten wir mehr Zugriff auf das Spiel und kämpften uns bis auf 10:12 heran. Das hatte aber zu viel Kraft gekostet, sodass die individuell starken Gegner in den letzten beiden Spielminuten die Partie mit 11:15 für sich entscheiden konnten.

Ziemlich geknickt standen wir uns im letzten Vorrundengruppenspiel dem ebenfalls noch punktlosen Team aus Nordhausen mit dem festen Willen gegenüber, wenigstens ein Spiel erfolgreich zu gestalten. Es entwickelte sich eine sehr ausgeglichene Partie, in der die Führung mehrfach hin und her wechselte. Bis zum Stand von 10:10 nach 17 Spielminuten war alles offen. In der entscheidenden Phase war dann das kräftezehrende Turnier den Jungs anzumerken. Die Mannschaft aus Nordhausen setzte sich mit 14:11 durch.

Nach diesem sehr ereignisreichen und auch sehr lehrreichen Vorrundenspieltag landeten die Jungs vom HC Buteo Chemnitz in der Vorrundengruppe zwei leider nur auf dem letzten Platz. Es gab trotzdem viel Positives für die Trainer zu sehen. In den spielentscheidenden Phasen war die Fehlerquote insgesamt etwas zu hoch. Das zeigt aber, dass noch viel Potenzial in der Mannschaft steckt. Auch mussten wir konstatieren, dass in den gegnerischen Teams uns immer einige uns körperlich überlegene Spieler das Leben schwermachten.

Der Gruppensieg ging an die ungeschlagenen Potsdamer vor Berlin und Kühnau. Die SG Vorpommern belegte Platz vier vor Nordhausen und dem HC Buteo.

In Staffel eins, welche in der Arena Dessau ihre Vorrunde spielte, ging der Gruppensieg an unseren sächsischen Kontrahenten aus Leipzig vor den Füchsen aus Berlin. Platz drei ging an das Team aus Biederitz vor Falkensee, dem HC Empor Rostock und dem ThSV Eisenach.

An Turniertag zwei stand noch das Platzierungsspiel um Position 11 und 12 an. Gegner war mit dem ThSV Eisenach der Meister aus Thüringen. Der Spielmodus am Finaltag war verändert. Es hieß nun 2x15 Minuten zu spielen mit der Möglichkeit, ein Team-Timeout in Anspruch zu nehmen. Das Trainerteam hatte die Jungs wieder aufgebaut und gut eingestellt für dieses Spiel. Von Beginn an war unser Team zur frühen Stunde um 9 Uhr hellwach und zeigte in der Abwehr endlich den nötigen Biss. Es wurde gegenseitig ausgeholfen und so hatten es diesmal die Gegner schwer, Tore zu erzielen. Die Chemnitzer konnten kontinuierlich vorlegen und hatten schnell eine 6:3 Führung heraus gespielt. Konsequent wurden Ballgewinne in der Abwehr erzielt und auch die Torhüter unterstützen mit guten Paraden. Bis zur Halbzeit führten wir bereits mit 15:10. Diese Führung wurde in Halbzeit zwei zunächst verteidigt und in den letzten Spielminuten sogar bis auf 27:18 ausgebaut. Die Jungs schöpften heute ihr Leistungspotenzial richtig aus. So wäre am Samstag sicher auch noch der ein oder andere Erfolg möglich gewesen.

Im Finale des Turniers besiegte das Team der Füchse Berlin den SC DHfK Leipzig mit 20:16. Platz drei sicherte sich die Mannschaft vom 1.VfL Potsdam mit einem Erfolg gegen den OSC Schöneberg.

Ein herzliches Dankeschön auch an den gastgebenden Verein für die gute Organisation eines solch großen Turniers. Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt.

Damit steht nach dem Turnier für unsere Mannschaft der elfte Platz unter den besten Teams aus den sechs ostdeutschen Bundesländern. „Unsere Jungs haben erleben können wo deutschlandweit in ihrer Altersklasse der Hammer hängt, das zeigt auch für jeden, wo die Reise in Zukunft hingehen soll. Wir als Trainer sind mächtig stolz, dass wir uns in solch einem Rahmen präsentieren durften und stellen fest, dass wir schon jetzt auf diesem Niveau bestehen können.“, so das Resümee von Trainer Nicolas Gruber. Nach Abschluss dieser Saison 2021/2022 ein sensationelles Ergebnis mit dem keiner vorher rechnen konnte. Deshalb ein großes Lob an alle Spieler, Trainer, Betreuer, Eltern und Organisatoren im Hintergrund für ihren Einsatz, um dieses Ergebnis zu ermöglichen. Das zeigt, der HC Buteo Chemnitz ist in seiner noch sehr jungen Vereinsgeschichte auf einem guten Weg. Dies sollte für alle Beteiligten Ansporn genug sein, diesen Weg weiter erfolgreich zu gestalten.

Nach einer sehr kurzen Pause beginnt bereits im Juni die Vorbereitung auf die neue Saison.

Für Buteo am Ball: Wylenga, Hößler – Mammitzsch, Dietrich, Wendler, Liebing, Ludwig, Unger, Colditz, Klafki, Kühn, Schiffer, Auerbach, Preißler, Schmidt, Scheithauer, Geißler

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